wetando – Partner für starke Selbsthilfevereine

 

 

 

Selbsthilfegruppen: Gemeinsam stark in schwierigen Lebenslagen

 

In einer von Tempo und Komplexität geprägten Gesellschaft geraten Menschen mit gesundheitlichen Belastungen schnell an ihre Grenzen – ebenso wie ihre Angehörigen. In solchen Situationen bieten Selbsthilfegruppen wertvolle Räume für Begegnung, Austausch und emotionale Entlastung, besonders dort, wo professionelle Unterstützung allein nicht ausreicht.

 

Erfahrung teilen, Isolation überwinden

Selbsthilfe lebt vom Miteinander: Menschen mit vergleichbaren Erfahrungen begegnen sich auf Augenhöhe, teilen Wissen, geben einander praktische Hilfestellungen und stärken sich gegenseitig. Die Treffen beruhen auf Freiwilligkeit, Vertraulichkeit und gegenseitigem Respekt. Regelmäßige Zusammenkünfte entwickeln sich zu verlässlichen Gemeinschaften, die Orientierung und Halt geben – insbesondere in Zeiten sozialer Isolation oder Hoffnungslosigkeit.

Dabei ersetzt Selbsthilfe keine medizinische oder therapeutische Behandlung, kann diese aber wirkungsvoll ergänzen. Der Austausch macht Mut, reduziert das Gefühl des Alleinseins und erleichtert die Bewältigung des Alltags.

  

Ein breites Spektrum an Themen

In Deutschland engagieren sich laut der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) rund 3,5 Millionen Personen in 70.000 bis 100.000 Gruppen. Die Themen sind so vielfältig wie die Lebensrealitäten der Betroffenen. Zu den häufigsten Bereichen zählen:

 

Psychische Erkrankungen:

Selbsthilfegruppen zu Themen wie Depressionen, Angststörungen, bipolaren Störungen, Essstörungen, Traumafolgen oder Einsamkeit fördern Stabilität und stärken die Selbstwirksamkeit.

Chronische körperliche Erkrankungen:

Bei Rheuma, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Diabetes, Herz-Kreislauf-Problemen oder Multipler Sklerose erfahren Betroffene Unterstützung im Umgang mit ihrer gesundheitlichen Situation.

Krebs und chronische Schmerzen:

Nach einer Krebsdiagnose, bei chronischen Schmerzen oder infolge schwerer operativer Eingriffe – etwa bei Stoma-Patient:innen – ermöglichen Gemeinschaften, neue Lebensperspektiven zu entwickeln.

Suchterkrankungen:

Neben Gruppen zu Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit bestehen auch Initiativen zu Glücksspiel, Kaufsucht oder internetbezogenen Störungen – häufig in etablierten Strukturen wie AA oder dem Kreuzbund.

Angehörigengruppen:

Eltern, Partner:innen oder Kinder von Erkrankten finden Entlastung und neue Sichtweisen im Umgang mit belastenden Situationen.

Behinderung und Neurodiversität:

Menschen mit körperlichen, geistigen oder sensorischen Beeinträchtigungen sowie neurodiverse Personen – etwa mit Autismus-Spektrum-Störungen oder ADHS – erleben in geschützten Räumen Begegnung, Austausch und gegenseitige Ermutigung.

Seltene Erkrankungen:

Bei weniger verbreiteten Diagnosen wie Zöliakie, Huntington oder neurologischen Störungen bieten regionale wie überregionale Vereine wertvolle Orientierung.

Herausfordernde Lebenslagen:

Auch soziale Belastungen wie Alleinerziehung, die Pflege von Angehörigen, Trauer, Trennung oder Burnout werden im Rahmen der Selbsthilfe aufgegriffen und begleitet.

 

Diese thematische Bandbreite zeigt: Für nahezu jede Lebenslage gibt es passende Anlaufstellen. Der Austausch mit Menschen in ähnlichen Situationen fördert Empathie, stärkt das Selbstwertgefühl und eröffnet neue Wege der Bewältigung.

 

 Vernetzung schafft Stärke

Viele Selbsthilfegruppen sind in Vereinen oder Dachverbänden zusammengeschlossen, die strukturelle und inhaltliche Begleitung leisten. Sie koordinieren Aktivitäten, fördern die Vernetzung und vertreten Interessen gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Finanziert werden sie durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Fördermittel.

Ihr gesellschaftlicher Beitrag ist bedeutend: Sie ergänzen das professionelle Hilfesystem durch niedrigschwellige Angebote, tragen zur Entstigmatisierung psychischer und chronischer Erkrankungen bei und stärken die Teilhabe Betroffener. In Kooperation mit Kliniken, Beratungsstellen und Kommunen tragen sie dazu bei, Unterstützungsangebote zugänglicher und wirksamer zu gestalten.

 wetando: Professionelle Beratung für Selbsthilfevereine

Um diese wertvolle Arbeit nachhaltig zu stärken, begleitet wetando Selbsthilfevereine bei strukturellen, organisatorischen und finanziellen Fragestellungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Akquise von Fördermitteln – von der Auswahl geeigneter Programme über die Antragstellung bis zur Mittelverwendung.

Wetando unterstützt außerdem bei Vereinsgründungen, Satzungsfragen, Öffentlichkeitsarbeit sowie beim Aufbau tragfähiger Kooperationen mit dem Gesundheitswesen und kommunalen Partnern. Ziel ist es, Selbsthilfe sichtbar zu machen, ihre Wirksamkeit zu steigern und ihre Strukturen dauerhaft zu festigen.