Deutlicher Anstieg der Unternehmensinsolvenzen

 
 
 

Im Jahr 2024 nahm die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland erheblich zu. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) stieg die Zahl der eröffneten Verfahren um 16,8 % im Vergleich zu 2023. Allein im Dezember wurden 13,8 % mehr Insolvenzen angemeldet als im Vorjahresmonat.

Besonders drastisch war der Anstieg im Oktober 2024: Die Amtsgerichte registrierten 2.012 Unternehmensinsolvenzen – ein Zuwachs von 35,9 % gegenüber Oktober 2023. Die Forderungen der Gläubiger summierten sich auf rund 3,8 Milliarden Euro, mehr als doppelt so viel wie die 1,6 Milliarden Euro des Vorjahresmonats. Insgesamt kamen im Oktober auf 10.000 Unternehmen 5,9 Insolvenzen.

Die Insolvenzzahlen stiegen in nahezu allen Wirtschaftszweigen. Mit knapp 13.200 Fällen entfielen 58,7 % aller Verfahren auf das Dienstleistungsgewerbe, gefolgt vom Handel mit 18,2 %. Das Verarbeitende Gewerbe blieb stabil bei 7,4 %, während das Baugewerbe einen leichten Rückgang auf 15,6 % verzeichnete.

Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen nahm zu – um 10,8 % im Vergleich zum Oktober 2023. Hauptursachen sind die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten sowie höhere Kreditzinsen, die viele Haushalte finanziell unter Druck setzen.

Laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform wurden 2024 insgesamt 22.400 Unternehmensinsolvenzen registriert – der höchste Wert seit 2015 und ein Anstieg von 24,3 % gegenüber 2023. Besonders betroffen waren Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten, die 81,4 % der Fälle ausmachten. Auffällig war jedoch der überdurchschnittliche Anstieg bei größeren Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten – hier schnellten die Insolvenzzahlen um 44,4 % in die Höhe.

Auch die wirtschaftlichen Schäden waren erheblich: Die geschätzten Gläubigerverluste stiegen auf 56 Milliarden Euro, verglichen mit 31,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Zudem waren rund 320.000 Arbeitsplätze bedroht oder fielen weg – deutlich mehr als die 205.000 im Jahr 2023.

Mehrere namhafte Unternehmen meldeten 2024 Insolvenz an. Besonders prägend war die Pleite der GALERIA Karstadt Kaufhof GmbH sowie des Reiseanbieters FTI Touristik GmbH. Auch Tupperware Deutschland GmbH musste im November Insolvenz anmelden und stellte im Januar 2025 den Betrieb ein, wodurch rund 200 Arbeitsplätze verloren gingen. Ein weiteres prominentes Beispiel ist Esprit Holdings Limited: Die Esprit Europe GmbH meldete im Mai 2024 Insolvenz an, woraufhin bis Ende des Jahres alle 56 Filialen in Deutschland geschlossen wurden – mit 1.300 betroffenen Beschäftigten.

Die Insolvenzquote stieg 2024 in allen Bundesländern, wobei Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen besonders stark betroffen waren. In der Hauptstadt meldeten 2.150 Unternehmen Insolvenz an – ein Anstieg von 28,7 % gegenüber 2023. Mit 123 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen verzeichnete Berlin die höchste Insolvenzquote bundesweit.

Im Gegensatz dazu blieben die ostdeutschen Flächenländer weniger stark betroffen – vermutlich aufgrund der dortigen Wirtschaftsstruktur.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) rechnet für 2025 mit über 20.000 Unternehmensinsolvenzen. Hauptgründe sind die anhaltende wirtschaftliche Schwäche, steigende Energiekosten sowie höhere Löhne, die die Margen der Unternehmen belasten. Neben einer schwachen Exportnachfrage und hohen Betriebskosten sorgen strukturelle Veränderungen in Schlüsselbranchen für zusätzliche Herausforderungen. Der fortschreitende Strukturwandel beeinflusst die Insolvenzentwicklung maßgeblich.

  

Wetando: Frühzeitige Beratung zur Krisenbewältigung

 

Angesichts dieser Entwicklungen ist es für Unternehmen essenziell, frühzeitig professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, um finanzielle Schwierigkeiten zu bewältigen und Insolvenzrisiken zu minimieren. Wetando bietet umfassende Unterstützung in den Bereichen Sanierung, Restrukturierung und Insolvenzmanagement. Mit einem erfahrenen Team entwickelt Wetando nachhaltige Lösungen und hilft Unternehmen, die Weichen für eine stabile Zukunft zu stellen.